Veranstaltungen mit mehr oder weniger Hindernissen

Veranstaltungen mit mehr oder weniger Hindernissen

Geht es Ihnen auch so? Da plant man etwas durch bis zum kleinsten Zipfel und dann passieren die merkwürdigsten Dinge. Das ging dem Heimatverein im Jahr 2018 bisher auch manchmal so.
Die einfachste Veranstaltung war noch der Dia-Vortrag über Klein Borstel von unserem wissenshungrigen Herrn Altstaedt. In gewohnter Weise zeigte er uns alte und neue Fotos von Klein Borstel, die rund 60 Anwesende zum Staunen und Raunen brachten. Auf seiner Suche hat er, wie er selbst sagt, einige Leute ziemlich genervt. Aber das hat sich doch gelohnt, denn die Fotos, die er abgestaubt hat, waren schon sehr beeindruckend. Das kleine Hindernis hier war, dass er mehr Zuschauer erwartet hatte und viel schlimmer, dass sein Laser-Pointer war kaputt war. Abe auch dafür gab es eine Lösung: Herr Altstaedt hing vor der Leinwand und zeigte mit Armen und Fingern durch den Lichtstrahl auf das, was er meinte. Gelungen! Übrigens hörten wir hinterher wie immer: „Ach, ich wäre so gern gekommen, aber…..!“ Für diese, die ein „aber“ bereit hielten, die Info: Wir wiederholen den Dia-Vortrag noch einmal im Herbst. Schauen Sie in den Klein Borsteler.
Hindernisse gab es dagegen mehr bei der so genannten Familienfahrt. Nach drei abgesagten Ausfahrten in den letzten drei Jahren, sollte es wieder etwas bodenständiges sein. Die Tolk-Schau war immer ein Renner, dachte ich, flugs einen Bus gebucht und auf die Anmeldungen gehofft, gewartet. Nix passierte. Bis eine junge, zehn Jahre alt gewordene, „Dame“ zu ihren Eltern sagte, dass sie ihre Party dort machen wollte. Den bereits abgesagten Bus wieder neu bestellt, Mundpropaganda gemacht und schon waren 21 Personen zusammen. Oh, was hatte ich mich auf die Ausfahrt gefreut. Bis meine Frau zu mir sagte: „Hast du eigentlich mal auf den Kalender geschaut? Am 24. Juni sind wir zur Silbernen Hochzeit eingeladen.“ Und nun? Da musste ich fix organisieren, aber eines unserer „fleißigen Helferlein“, auch genannt „Die Heinzelmännchen von Klein Borstel“ hat alles in die Hand genommen und so hatten alle einen schönen Sonntag. Danke Jens!
Einen richtigen Weg voller Hindernisse hatten wir aber bei der Finkenwarder Speeldeel. So stand es auf den Plakaten. Stimmte aber gar nicht, denn die heißen Finkwarder Speeldeel. Hat aber keiner gemerkt, bis zum Abend des Auftritts. Bereits vor einem Jahr wurde der Termin am 16. Juni vereinbart, wobei natürlich keiner daran gedacht hat, dass ja da die WM gerade anfing. Und der Saal war zwischenzeitlich schon gebucht. Dankenswerter Weise durften wir das Konzert in der Kirche durchführen. Dank an die Verantwortlichen der Kirche! Aber das dicke Ende der Hindernisse kam ja erst: Fünf Tage vor dem Auftrittstermin hatten wir ganze 12 (in Worten: zwölf) Karten verkauft. Absagen oder auch für 12 Leute durchziehen? Da kam die Erlösung in Form eines edlen Spenders, der uns eine Zusage machte, die Gage zu übernehmen. So konnten die Eintrittskarten – über die Geschäftsleute – verschenkt werden. Und, was sagt man dazu: Fast 90 Besucher waren in der Kirche! Und es war ein grandioses „Festival“ der Hamburger Kultur und Tradition. Zwei Stunden vollgepackt mit den schönsten Liedern und Tänzen, haben uns die Finkwarder immer wieder zum Mitsingen „gezwungen“. Ging gar nicht anders. Und dann diese Akustik in der Kirche, einfach nur genial. Danke, dass der Saal vermietet war. Ein unvergesslicher Abend; die Leute gingen beschwingt mit einem Pfeifen oder Singen nach Hause. Leider ohne „In Hamburg sagt man Tschüss“. Das kommt dann sicher nächstes Jahr. Denn zum Abschluss fragte ich die Zuschauer, ob sie denn zufrieden gewesen sind mit dem Abend und 90 Stimmen waren zu hören mit einem gewaltigen „Ja. „Ob sie denn auch dafür 10 Euro ausgeben würden? Auch ein klares Ja. Auch das Spendenschwein freute sich, denn statt Eintritt wurde es mit über 200 Euro gut gefüttert. Nun kommen die Hamburger Südinsulaner auch im nächsten Jahr wieder nach Klein Borstel. Dass auch denen das gefallen hat, zeigte eine Nachricht auf Facebook, denn sie bedankten sich für einen schönen Abend und waren begeistert, dass so Viele mitgemacht hatten.
So hangelt sich der Vorstand von Veranstaltung zu Veranstaltung. Die nächsten sind schon geplant, Sommerausfahrt, Laternenumzug, Dia-Vortrag Klein Borstel 2, Adventsfeier! Wir wollen aber auch mal was Neues ausprobieren; sehen Sie sich mal die Ankündigung „Country-Abend“ an. Gibt es für Sie ein Hindernis, da nicht hinzugehen? Ich freue mich, Sie dort zu sehen.

Manfred Thiele

PS: Ich habe gerade diesen Text zu Ende geschrieben, als eine nette Klein Borsteler Dame zu mir kommt und mir einen High-Tech-Laser-Pointer schenkt. Vielen Dank dafür! Damit ist eines der Hindernisse bei kommenden Dia-Vorträge aus der Welt geräumt.

Ab in die Ferien und dann Flohmarkt

Ab in die Ferien und dann Flohmarkt

Für viele Schulkinder die schönste Zeit des Jahres und für die meisten die Zeit, etwas Entspannung zu suchen und im Urlaub neue Kraft zu tanken. Auch für den großen Flohmarkt der Ende August in Klein Borstel wartet. Vielleicht möchte sich der eine oder die andere noch als Helfer/in zur Verfügung stellen. Die Organisatoren würden sich sehr freuen. Es wird nämlich tatkräftige Unterstützung gesucht. Wer also am Sonntag, dem 26. August ein bisschen Zeit und Muße hat, dem veranstaltenden Heimatverein und den IG-Mitgliedern ein Stündchen bei Auf- und Abbau zu helfen, der melde sich gerne per E-Mail an:andreas.schlief@heimatverein-kleinborstel.de.
Von 13 bis 18 Uhr sollen viele Flohmarktstände entlang der Stübeheide und am Tornberg für ein buntes Angebot sorgen. Verschiedene kulinarische Angebote von Kuchen bis Grillwurst und erfrischende Getränke sind an dem Tag natürlich auch zu bekommen. Ein neues Geschäft in der Nähe wird sich präsentieren und lädt zum Probieren an einen Stand vor dem Borsteler Treff ein. Lassen Sie sich überraschen. Der Verkauf der Stände ist bereits gut angelaufen – aber noch sind Plätze zu bekommen. Wer über den Sommer also bei sich zu Hause in den Schränken und Regalen ein wenig Freiraum schafft, der sollte die Gelegenheit nutzen: Standanmeldungen für den Flohmarkt sind möglich in der Buchhandlung „Tolle Geschichten“ am Tornberg. Die Standgebühr kostet 20 Euro für 3 Meter. Mitglieder des Heimatvereins zahlen bei Vorlage des Mitgliedsausweises nur 15,- Euro (es gibt einen Stand pro Ausweis!).
Um dem dörflichen Unterhaltungstreiben einen sicheren Rahmen zu geben, haben die Freiwillige Feuerwehr Wellingsbüttel und das THW ihr Kommen angekündigt und bringen ihre schweren Einsatzfahrzeuge mit. Ein dickes Dankeschön dafür.

Foto: Lobo-Studio Hamburg, CCO on Pixabay

Es grünt so bunt

Es grünt so bunt

Man sagt ja: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Und in Hamburg braucht es mindestens ein halbes Dorf, um zwei Beete zu bepflanzen. Zumindest, wenn es sich um so genannte „Straßenbegleitgrünflächen“ handelt. Die gehören nämlich der Stadt, die also auch dafür zuständig ist. Nun waren aber die betroffenen Flächen links und rechts vom Zebrastreifen sowie vor der Dorftanne in letzter Zeit alles andere als grün. Und schön anzusehen schon gar nicht. Doch das hat sich geändert, denn in einer Gemeinschaftaktion mit einigen Geschäftsleuten vor Ort hat der Heimatverein Klein Borstel offiziell die Patenschaft für die Beete übernommen. Manfred Thiele übernahm als 1. Vorsitzender des Heimatvereins die gepflegte Konversation mit dem Bezirksamt und bekam letztlich das OK. Vincent Menken klärte alles Weitere mit dem Baumkontrolleur und organisierte die Bepflanzung. Ein frischer Rollrasen wurde – als Spende von der Gartenbaufirma R.G. Winkler – verlegt und Carsten Fellmann setzte rund 1000 Begonien ein. Und weil das Ganze auch ein bisschen was kostet, darf sich Klein Borstel bei großzügigen Spendern bedanken: Die Erstfinanzierung haben Menken+Schlief und Mein Friseur Meinecke sowie ein privater Spender übernommen – die laufende Pflege und spätere Neupflanzungen zahlt der Heimatverein.

Den Ärmsten eine Zuflucht geben

Den Ärmsten eine Zuflucht geben

Die Albert-Schweitzer-Schule in Klein Borstel unterstützt seit einigen Jahren das Projekt „Vulamasango“. Es bedeutet: Offene Tore. Wie einst Albert Schweitzer zog es auch den Gründer dieses Projekts, Florian Krämer, auf den afrikanischen Kontinent. Nach mehreren langen Reisen quer durch Afrika beschloss er, ein Zeichen gegen Armut und Gewalt zu setzen und im südafrikanischen Kapstadt ein Waisenhaus sowie einen Ort der Sicherheit und Zuflucht mit offenen Toren zu gründen – für Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Townships.

Vulingoma ist ein Ausdruck aus der Sprache der Bewohner Kapstadts und bedeutet „ein neues Lied anstimmen“. Genau dies ist es, was die Jugendlichen aus dem Entwicklungsprojekt Vulamasango tun. Sie singen im Jugendchor mit dem Namen „Vulingoma“. Und dieser war jetzt im Rahmen seiner Europa-Tournee auch wieder in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule zu Gast. Sie gaben ein Konzert der ganz besonderen Art, geprägt von tiefsten Emotionen, Freude, Hoffnung, Unterhaltung und einem sehr  persönlichen Bezug zu den Schicksalen der jungen Darsteller auf der Bühne. Geleitet von Lusanda Bali, Akhona (Pinky) Stuurman und Florian Krämer, treten Jugendliche aus dem Projekt seit 2006 alle zwei Jahre europaweit auf. Anhaltende Ovationen und gerührte Zuschauer sind an der Tagesordnung. Mit ihrer Bühnendarstellung singen, tanzen und trommeln sich die Kinder von Vulingoma mit Gospelsongs, Apartheidsliedern, alten afrikanischen Volksliedern und modernem, afrikanischem Pop in die Herzen der Menschen. Da die Kinder meist schwere Schicksale hinter sich haben, ist es umso erstaunlicher, mit welcher Kraft und Energie sie auf der Bühne stehen, um durch Musik und Tanz beinahe therapeutische Arbeit an sich selbst zu leisten und zu beweisen, dass auch die schlimmsten Erlebnisse überwältigt und in etwas Positives verwandelt werden können. Verarmt, verwaist, missbraucht, und vernachlässigt, kämpfen sie für eine gerechtere Welt in der sie geliebt und geschätzt werden, in der sie als stolze und würdevolle Menschen aufwachsen, in der sie Bildung erhalten und einer hoffnungsvolleren Zukunft entgegen blicken dürfen. Das Projekt Vulamasango gibt ihnen wieder diese Hoffnung und einen Ort der Zuflucht. Zwischendurch berichtet Florian Krämer in einem eindrücklichen Lichtbildvortrag von den durch Aids und Kriminalität geprägten Schicksalen der Kinder, von seinem jahrelangen Kampf gegen Südafrikas katastrophale Bildungs- und Aidspolitik und von der hoffnungsvollen Arbeit in seinem Projekt. Ziel ist es, ein Zuhause für 100 bedürftigte junge Menschen zu schaffen, die dort in familienähnlichen Strukturen leben oder täglich den Kinderhort besuchen können. Die Kinder, die den Hort und den Kindergarten besuchen, sind meist Halb- oder Vollwaisen, haben aber noch eine Unterkunft bei ihren Müttern, Verwandten oder Nachbarn. Oft kommen sie aber aus sozial schwierigen Verhältnissen und sind Dingen wie Armut, Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigungen ausgesetzt. Der Hort bietet ihnen nicht nur Sicherheit vor den Gefahren der Townships, sondern auch Bildung, Hausaufgabenbetreuung, Lesegruppen, Sport und Akrobatik. In Zusammenarbeit mit regionalen Künstlern gibt es Workshops in den Bereichen bildende Künste, Musik, Tanz und Theater. Zusätzlich erhalten die Jugendlichen Aufklärung zu Themen wie Aids, Sexualität, Frauenrechte, kultureller Identität und ein therapeutisches Angebot, um ihre oft tiefgreifenden Traumata zu verarbeiten. Ins Waisenhaus aufgenommen werden Kinder im Alter zwischen 0 bis 16 Jahren,unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe,Religionszugehörigkeit oder ethnischer Herkunft. Die Kinder leben in Gruppen von maximal zehn Kindern in Hausgemeinschaften mit je zwei Hauseltern zusammen. In dieser Gemeinschaft wird der Tagesablauf nach dem Prinzip einer Familie gemeinsam gestaltet. Parallel wird dafür gesorgt, dass die Kinder eine Schulausbildung erhalten. Nach dem Schulabschluss soll den Kindern eine Berufsorientierung in Form von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen vermittelt werden, so dass  eine Integration in eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung ermöglicht wird. Dazu zählen externe Ausbildungsplätze oder ein Studium wie auch projektintern im Rahmen der Farmwirtschaft sowie in sozialen- und pädagogischen Bereichen: Schreinerwerkstatt, Landwirtschaft, sozialer Bereich, Computer- und IT). Viele der politischen und sozialen Veränderungen im neuen, demokratischen Südafrika sind äußerst positiv und haben es zu einem Land gemacht, welches weltweit für seine multikulturelle und dynamische Gesellschaft und die Fähigkeit, seine schwere Vergangenheit auf positive Weise zu bewältigen, bewundert und anerkannt wird. Zeitgleich entwickelt sich aber auch eine Krise enormen Ausmaßes: Die Zahl derer, die mit der Aids-Epidemie in Berührung kommen oder ihr zum Opfer fallen, wächst beständig. Die Folgen der Krise haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf Politik und Wirtschaft, sondern führen zu einer menschlichen Tragödie für hunderttausende von Kindern, die durch Armut, Krankheit oder Aids oft sehr jung verwaist sind und sich selbst überlassen werden. Sie sind Teil einer Generation, welche ohne das gesellschaftliche und kulturelle Erbe ihrer Eltern aufwächst. Das Projekt Vulamasango wird getragen vom Verein Positiv Leben e.V., der 2003 von Florian Krämer ins Leben gerufen wurde. Wer helfen möchte, kann dies mit Spenden auf das Konto: Positiv Leben e.V. bei der GLS Bank IBAN: DE94430609677031290700. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.vulamasango.org schlau machen.

Text: Eva Drechsler-Györkös. Fotos: Vulamasango, Eva Drechsler-Györkös, Ilka Mamero