Wilder Westen in Klein Borstel

Wilder Westen in Klein Borstel

Der Heimatverein hatte sie eingeladen, die „Silver Dollar Country und Bluegrass Band“, und so standen die Interpreten – vier ältere Herren und zwei Damen – mit Banjo, Gitarre, Mandoline, Bass und Fiddle auf der Bühne des Gemeindehauses. Bevor das Konzert losging, gab es für die Besucher große Portionen von einem auf den Punkt gegarten Spanferkel mit leckerer Kruste und mit Kraut und Sauce. Und die ganz hungrigen Besucher durften auch noch einmal nachnehmen. Die Bar wurde gut frequentiert und Bier, Wein und Sekt ausgeschenkt. Der Vorsitzende des Heimatvereins Manfred Thiele hatte auch an die Unterstützung der Verdauung gedacht und Kümmel und Asbach mitgebracht.

Gut gesättigt und entspannt wurde auf den Beginn des Konzertes gewartet. Country Musik

ist ja bekannt, aber was bedeutet „Bluegrass“ in der Bezeichnung der Band? Ganz einfach: Bluegrass gehört zu den amerikanischen Volksmusik-Richtungen und zum breiten Genre der Country Musik. Entstanden zwischen 1937 und 1945 in den Bergen von Kentucky und Tennessee und benannt nach einer dort wachsenden bläulichen Grasart. Der Name bedeutet also nichts weiter als einen Hinweis auf die lokale Herkunft der Musik.

Die Band präsentierte vergnügt und fröhlich einen bunten Strauß der bekannten Country Songs, beginnend mit „I walk the line“, dem ersten großen Hit von Johnny Cash, mit dem er 1956 insgesamt 43 Wochen in den US – Charts vertreten war und von dem über zwei Millionen Platten verkauft wurden. Auch der Song „Ring of fire“ den viele der Besucher mitsingen konnten und der von der Sängerin der Band gut und lautstark vorgetragene Song „Jackson“, der Erfolgshit von Johnny Cash und seiner späteren Frau June Carter, wurde, wie auch die „Ghostriders in the Sky“ und der Railroad-Song „Wabash Cannonball“ begeistert gefeiert. Einige mutige Besucher tanzten sogar vor der Bühne.

Auch das bekannte und zum Mitsingen intonierte Lied von John Denver „Country Road, take me Home“ brachte die Besucher zum begeisterten Applaudieren. Auch einige der Lieder der deutschen erfolgreichen Country Band „Truck Stop“ wurden dargeboten. Nach Ende des Konzerts und zwei Zugaben mit Standing Ovations wurde die Band für 2019 wieder eingeladen.

Hoffentlich dann mit mehr Besuchern! Leider hatte die Terminabstimmung zwischen Kirche und Heimatverein nicht so gut geklappt, denn parallel zu dieser Veranstaltung gab es in der Kirche das Herbstkonzert des Turm Chores.

Horst Friedrichs

Der Zauber der Jahreszeiten

Der Zauber der Jahreszeiten

Im Juni nahmen die Kinderchöre aus Maria Magdalenen und St. Antonius Alsterdorf unter der Leitung von Lilli Marhenke alle interessierten Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch die Jahreszeiten. Das Potpourri reichte von Volksliedern aus verschiedenen Jahrhunderten und Kirchenliedern bis hin zu Bodypercussion, bei dem die Kinder es mit ihren Körpern regnen, stürmen und gewittern ließen. Die Kinder hatten sichtlich Spaß und bewältigten die verschiedenen Musikstile und Sprachen bravourös. Ausgeschmückt wurden die verschiedenen  Jahreszeiten durch Kopfschmuck, den die Kinder und Eltern gemeinsam hergestellt haben, einem blauen Himmel im Hintergrund – im Winter zum Teil mit Lichterketten – und einer Blumengirlande, die sich quer durch die Kirche spannte. Am Ende gab es tosenden Applaus, der gar nicht aufhören wollte. Es war ein großes und bewegendes Konzert, das für Lilli Marhenke zugleich eine Prüfung im Rahmen ihres Masterabschlusses in „Kinder- und Jugendchorleitung“ war, den sie in diesem Sommer abschließen wird. Am Ende gingen alle beschwingt nach Hause, all das Vorbereiten und Proben hatte sich gelohnt für dieses großartige Erlebnis. 

Text und Bild: Regine Währer

Den Ärmsten eine Zuflucht geben

Den Ärmsten eine Zuflucht geben

Die Albert-Schweitzer-Schule in Klein Borstel unterstützt seit einigen Jahren das Projekt „Vulamasango“. Es bedeutet: Offene Tore. Wie einst Albert Schweitzer zog es auch den Gründer dieses Projekts, Florian Krämer, auf den afrikanischen Kontinent. Nach mehreren langen Reisen quer durch Afrika beschloss er, ein Zeichen gegen Armut und Gewalt zu setzen und im südafrikanischen Kapstadt ein Waisenhaus sowie einen Ort der Sicherheit und Zuflucht mit offenen Toren zu gründen – für Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Townships.

Vulingoma ist ein Ausdruck aus der Sprache der Bewohner Kapstadts und bedeutet „ein neues Lied anstimmen“. Genau dies ist es, was die Jugendlichen aus dem Entwicklungsprojekt Vulamasango tun. Sie singen im Jugendchor mit dem Namen „Vulingoma“. Und dieser war jetzt im Rahmen seiner Europa-Tournee auch wieder in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule zu Gast. Sie gaben ein Konzert der ganz besonderen Art, geprägt von tiefsten Emotionen, Freude, Hoffnung, Unterhaltung und einem sehr  persönlichen Bezug zu den Schicksalen der jungen Darsteller auf der Bühne. Geleitet von Lusanda Bali, Akhona (Pinky) Stuurman und Florian Krämer, treten Jugendliche aus dem Projekt seit 2006 alle zwei Jahre europaweit auf. Anhaltende Ovationen und gerührte Zuschauer sind an der Tagesordnung. Mit ihrer Bühnendarstellung singen, tanzen und trommeln sich die Kinder von Vulingoma mit Gospelsongs, Apartheidsliedern, alten afrikanischen Volksliedern und modernem, afrikanischem Pop in die Herzen der Menschen. Da die Kinder meist schwere Schicksale hinter sich haben, ist es umso erstaunlicher, mit welcher Kraft und Energie sie auf der Bühne stehen, um durch Musik und Tanz beinahe therapeutische Arbeit an sich selbst zu leisten und zu beweisen, dass auch die schlimmsten Erlebnisse überwältigt und in etwas Positives verwandelt werden können. Verarmt, verwaist, missbraucht, und vernachlässigt, kämpfen sie für eine gerechtere Welt in der sie geliebt und geschätzt werden, in der sie als stolze und würdevolle Menschen aufwachsen, in der sie Bildung erhalten und einer hoffnungsvolleren Zukunft entgegen blicken dürfen. Das Projekt Vulamasango gibt ihnen wieder diese Hoffnung und einen Ort der Zuflucht. Zwischendurch berichtet Florian Krämer in einem eindrücklichen Lichtbildvortrag von den durch Aids und Kriminalität geprägten Schicksalen der Kinder, von seinem jahrelangen Kampf gegen Südafrikas katastrophale Bildungs- und Aidspolitik und von der hoffnungsvollen Arbeit in seinem Projekt. Ziel ist es, ein Zuhause für 100 bedürftigte junge Menschen zu schaffen, die dort in familienähnlichen Strukturen leben oder täglich den Kinderhort besuchen können. Die Kinder, die den Hort und den Kindergarten besuchen, sind meist Halb- oder Vollwaisen, haben aber noch eine Unterkunft bei ihren Müttern, Verwandten oder Nachbarn. Oft kommen sie aber aus sozial schwierigen Verhältnissen und sind Dingen wie Armut, Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigungen ausgesetzt. Der Hort bietet ihnen nicht nur Sicherheit vor den Gefahren der Townships, sondern auch Bildung, Hausaufgabenbetreuung, Lesegruppen, Sport und Akrobatik. In Zusammenarbeit mit regionalen Künstlern gibt es Workshops in den Bereichen bildende Künste, Musik, Tanz und Theater. Zusätzlich erhalten die Jugendlichen Aufklärung zu Themen wie Aids, Sexualität, Frauenrechte, kultureller Identität und ein therapeutisches Angebot, um ihre oft tiefgreifenden Traumata zu verarbeiten. Ins Waisenhaus aufgenommen werden Kinder im Alter zwischen 0 bis 16 Jahren,unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe,Religionszugehörigkeit oder ethnischer Herkunft. Die Kinder leben in Gruppen von maximal zehn Kindern in Hausgemeinschaften mit je zwei Hauseltern zusammen. In dieser Gemeinschaft wird der Tagesablauf nach dem Prinzip einer Familie gemeinsam gestaltet. Parallel wird dafür gesorgt, dass die Kinder eine Schulausbildung erhalten. Nach dem Schulabschluss soll den Kindern eine Berufsorientierung in Form von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen vermittelt werden, so dass  eine Integration in eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung ermöglicht wird. Dazu zählen externe Ausbildungsplätze oder ein Studium wie auch projektintern im Rahmen der Farmwirtschaft sowie in sozialen- und pädagogischen Bereichen: Schreinerwerkstatt, Landwirtschaft, sozialer Bereich, Computer- und IT). Viele der politischen und sozialen Veränderungen im neuen, demokratischen Südafrika sind äußerst positiv und haben es zu einem Land gemacht, welches weltweit für seine multikulturelle und dynamische Gesellschaft und die Fähigkeit, seine schwere Vergangenheit auf positive Weise zu bewältigen, bewundert und anerkannt wird. Zeitgleich entwickelt sich aber auch eine Krise enormen Ausmaßes: Die Zahl derer, die mit der Aids-Epidemie in Berührung kommen oder ihr zum Opfer fallen, wächst beständig. Die Folgen der Krise haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf Politik und Wirtschaft, sondern führen zu einer menschlichen Tragödie für hunderttausende von Kindern, die durch Armut, Krankheit oder Aids oft sehr jung verwaist sind und sich selbst überlassen werden. Sie sind Teil einer Generation, welche ohne das gesellschaftliche und kulturelle Erbe ihrer Eltern aufwächst. Das Projekt Vulamasango wird getragen vom Verein Positiv Leben e.V., der 2003 von Florian Krämer ins Leben gerufen wurde. Wer helfen möchte, kann dies mit Spenden auf das Konto: Positiv Leben e.V. bei der GLS Bank IBAN: DE94430609677031290700. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.vulamasango.org schlau machen.

Text: Eva Drechsler-Györkös. Fotos: Vulamasango, Eva Drechsler-Györkös, Ilka Mamero

Monday Oldies rockten das Gemeindehaus

Monday Oldies rockten das Gemeindehaus

Musikalische Evergreens und gute Laune das bieten die Monday Oldies. Es mussten sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden, um allen Besuchern einen Sitzplatz zu bieten. Gleich beim ersten Titel „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ kochte die Stimmung hoch. Es wurde mitgesungen und mitgeklatscht. Die Begeisterung der Besucher schwappte auf die Bühne und kam von dort mit großer Spielfreude zurück. Jubel als sich Uwe Geertz einen schwarzen Mongolenbart anklebte und die Band „Dschingis Khan“ zum Besten gab. Ein bunter Strauß von Songs folgte, u.a. mit dem „Itsy Bitsy Teenie Weenie“ von 1960 – damals mit Catarina Valente und Silvio Francesco. In der Pause herrschte großer Andrang an Bar und Würstchenstand. Die fleißigen Helfer des Heimatvereins hatten alle Hände voll zu tun, die hungrigen Mägen mit Würstchen und die durstigen Kehlen mit kühlen Getränken zu
versorgen. Überall hatten sich Gesprächsgruppen gefunden, standen Nachbarn und Freunde zusammen, die sich viel zu erzählen hatten. Die Monday Oldies, zwischenzeitlich wieder auf der Bühne, mussten lautstark den Fortgang des Konzerte ankündigen, so sehr waren die Besucher am Kommunizieren. Dann ging es mit Volldampf weiter. „Rip it up“ und „Rock around the Clock“ – Oldies, die auch in der zweiten Halbzeit für Begeisterung sorgten. Zum Ausklang gab es dann „Beinhart“ von Torfrock, noch einmal ein Song so richtig zum mitmachen, und dann wurden die Besucher – alle in bester Laune – mit „Country Roads“ auf die nachtdunklen Straßen von Klein Borstel heimgeschickt. Fazit: Noch nie war der Saal bei einem Konzert der Oldies so gerappelt voll! Nächstes Jahr im Februar geht es wieder los. Bitte rechtzeitig Karten kaufen.
Beitrag von Horst Friedrichs